Parametrische Versicherungen

Der Parameter oder der Index – das ist der Held dieses Versicherungsproduktes. Eine Versicherung, die Schäden reguliert basierend auf einer vordefinierten Messgröße. Die Auszahlung hängt von der Abweichung vom Index ab und ist unabhängig vom tatsächlich erlittenen Schaden. Der Versicherte kann die Auszahlung frei nach seinen Wünschen verwenden. Im Grunde: Ein Index wird ausgelöst, die Auszahlung erfolgt – ohne weitere Fragen.

 

Die Anwendungsbereiche

Die Parameter können flexibel und individuell auf die Ziele des Risikomanagements zugeschnitten werden. In der Praxis finden parametrische Versicherungen aufgrund der guten Datenverfügbarkeit insbesondere für Elementarrisiken Anwendung, zusehends werden aber auch neue Risiken ins Auge gefasst. Eine klassische Variante der parametrischen Versicherung ist die Schlecht-Wetter Deckung für Tourismusgebiete und langjährige oder zeitkritische Bauvorhaben.

TIPP: Lässt sich eine Betriebs-Sachversicherung z.B. wegen einem erhöhten Erdbebenrisiko nur teuer unterbringen, kann das Erdbebenrisiko von den anderen versicherten Gefahren unabhängig über eine parametrische Versicherung angeboten werden.

 

Das Prinzip

Das Prinzip parametrischer Versicherungen folgt einem einfachen 3-Phasen Gerüst. In der ersten Phase wird das jeweilige Risiko mit einem oder mehreren Parametern modelliert, woraufhin gemeinsam mit den Kunden Entschädigungssummen und relevante Grenzwerte in einem Index festgelegt werden.

Nach erfolgreichem Versicherungsabschluss wird in der zweiten Phase das Risiko über Fernerkundungstechnologien kontinuierlich überwacht.

Sollte es zu einer Überschreitung des Grenzwerts kommen (beispielsweise ein Abfall der Temperatur unter null Grad bei einer Frostdeckung), wird in der dritten Phase die Versicherungsleistung kalkuliert und innerhalb weniger Tage ausbezahlt. Das geschieht nicht in einer Black Box. Die Daten werden offen dem Kunden kommuniziert und häufig sind unabhängige Datenanbieter im Prozess inkludiert.

Die Technik

Dank der Messung von Elementargefahren über Parameter wie Temperatur oder Windstärke ist es möglich, diese Ereignisse objektiv zu verfolgen und aufzuzeichnen. Dazu dienen Satellitenbilder oder Wetterstationen vor Ort, die täglich über das jeweilige Risiko informieren und die relevanten Werte übermitteln. So können die parametrischen Versicherungsanbieter beispielsweise eine Dürre über die Messung der Bodenfeuchtigkeit mittels Satellitenbilder feststellen, Hochwasser mit den Aufzeichnungen einer nahegelegenen Messstation bestätigen oder Frost über die täglichen Minimaltemperatur nachweisen.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung, der erhöhten Datenverfügbarkeit und den effizienteren analytischen Methoden sind parametrische Versicherungen mittlerweile vollends wettbewerbsfähig und vermögen es klassische Schadensversicherungen zu ergänzen oder auch zu ersetzen.